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FALLGESCHICHTEN
Fallgeschichte "Farah"
"Farah" ist meine 6 1/2 jährige Vollblutaraberstute. Sie ist ca. 1,50 m
groß. Im Juni 2002 brach sie sich bei einem dummen Unfall das Becken.
Während ihrer langen Genesungsphase begleitete ich sie mit TTouches und
behutsamer Körperarbeit. Gegenstand dieser Fallgeschichte wird aber eine
Kolik sein, die Farah infolge dieses Beckenbruchs erlitt.
Ca. sechs Wochen nach dem Unfall wurde ich von meinem
Mann zu Farah auf die Koppel gerufen. Sie stand bewegungslos und
schweißüberströmt da und hatte sichtbar Schmerzen. Ich begann sofort
Ohrenarbeit abwechselnd an beiden Ohren zu machen, um ihren Kreislauf zu
unterstützen und ihr die Schmerzen zu lindern. Die Ohrenarbeit zeigte nach
wenigen Minuten ihre Wirkung, "Farah" hörte auf zu schwitzen.
Während ich weiter intensiv Ohrenarbeit machte, konnte ich meine zahlreichen
Helfer schicken, um meine homöopathische Hausapotheke, Handtücher, Eimer mit
kaltem Wasser und das Telefon zu holen. Auch für mich war das Arbeiten an
den Ohren hilfreich; ich hatte die Möglichkeit sofort etwas sinnvolles für
mein Pferd zu tun, dabei meinen Schock zu überwinden, ruhig zu werden und zu
überlegen was als nächstes getan werden konnte.
Während ich da stand bei meinem Pferd und ihre Ohren ausstrich, spürte ich
eine Nähe zu "Farah" wie nie zuvor. Ich stand dort allein mit meinem Pferd
und spürte, dass sie furchtbare Schmerzen hatte und wusste, dass sie sich
entscheiden würde. Der Tod stand da bei uns auf der Koppel und rief nach
ihr. Und mit meinen Händen an ihren Ohren konnte ich ihr sagen, auch wenn
ich gerne möchte dass Du lebst, gebe ich Dich frei, Dich zu entscheiden.
Wenn du die Schmerzen nicht mehr aushältst, wenn Du jetzt gehen willst,
werde ich Deine Entscheidung akzeptieren und Dich gehen lassen, aber wenn du
leben willst, gebe ich Dir all meine Kraft und unterstütze Dich.
Es war nur
ein winziger Moment auf dieser Koppel, der mich meinem Pferd so nah gebracht
hat, wie nie zuvor. Farah" entschied sich, um ihr Leben zu kämpfen. Ich fuhr
fort, sie mit Ohrenarbeit zu unterstützen (der Tierarzt war verständigt),
während mein Mann und meine Reitbeteiligung Nicole mit den nassen
Handtüchern abwechselnd die vier Pferdebeine kühlten.
Die ganze Zeit über glaubten wir, die starken Schmerzen müssten vom Becken
herkommen, evtl. noch mal eine Verschiebung des Bruchs, bis ich plötzlich an
dem starken Katzenbuckel und den krampfartigen Wellen im Bauchbereich eine
starke Kolik, wahrscheinlich hervorgerufen durch Schmerzen, vermutete.
Daraufhin konnte ich mein Pferd mit homöopathischen Globuli behandeln, die
sofort Wirkung zeigten, und begann mit beiden Händen sanft den Bauch zu
stützen und mit einer Hand ganz langsame Abalone-Touches mit abschließendem
leichtem Lift zu machen. Nicole machte in der Zeit mit der Ohrenarbeit
weiter.
Es war klar zu erkennen dass die Touches am Bauch die Krämpfe milderten.
Mein Mann und ich arbeiteten mit dem Touch dann an beiden Seiten
gleichzeitig. Farahs Zustand besserte sich sichtlich, die Bauchkrämpfe
wurden leichter und die Abstände der Krämpfe größer. Zwischen den
Krampfwellen begann Farah kurze Strecken zu laufen, mein Mann und ich trugen
dabei ihren Bauch in unseren Händen. Wenn sie nicht lief, machte ich
liegende Leopard-Touches und Abalone an Bauch und Rücken, ganz langsam Noahs
Marsch über den Körper. Bauch und Rücken entspannten sich zunehmend. Als der
Tierarzt nach drei Stunden eintraf, war die Kolik fast vorüber und eine
medikamentöse Behandlung nicht mehr nötig.
Fallgeschichte "Komaila"
"Komaila" ist eine 17 Jahre alte Vollblutaraberstute, Stockmass ca.1,40
m. Ich bekam sie im Dezember 2001 vererbt, als ihr Onkel aus Altersgründen
eingeschläfert werden musste und sie allein übrig blieb. Kennen gelernt
haben wir uns, als Komaila 5jährig war und ich sie 2 x 3 Monate ausbilden
und anreiten sollte. Die TTeam- Arbeit kannte ich damals leider noch nicht.
Das Anreiten verlief ohne größere Probleme, wir hatten viel Spaß
miteinander. Die Jahre danach verbrachte Komaila mit ihrer Großmutter und
dem Onkel im heimischen Stall und auf der Koppel.
Der Umzug zu uns verlief sehr hektisch, als ihr Stallgefährte eines Morgens
nicht mehr aufstehen konnte und daraufhin eingeschläfert wurde. Leider bekam
Komaila keine Möglichkeit, sich von ihrem toten Onkel zu verabschieden und
war sehr allein, hektisch und aufgeregt. In diesem Zustand wurde sie dann
verladen und kam bei uns an. In Gesellschaft der anderen Pferde wurde sie
etwas ruhiger, wirkte aber zunehmend abwesend und traurig. Bei Geräuschen
erschrak sie furchtbar und sprang nach vorne, ohne Menschen, Pferde oder
sonstige Absperrungen wahrzunehmen. Anbinden war nicht möglich, da sie sich
beim geringsten Geräusch erschreckte und nach hinten ins Halfter hängte. Ich
musste sehr aufpassen, dass sie sich und uns nicht verletzte.
Um ihr Sicherheit zu geben, begann ich mit meiner Reitbeteiligung Nicole,
Komaila in der Brieftaubenposition zu führen und Bodenarbeit zu machen, sie
mit der Gerte abzustreichen, um ihr Körpergefühl zu verbessern und ihr
Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung, vor allem aber Vertrauen zu stärken.
Wir übten dann im eleganten Elefanten und Dingo Antreten und Anhalten, und,
da Komaila immer mit hohem Kopf und weggedrücktem Rücken lief, das Signal
zum Kopfsenken. Wir haben dabei alle drei tief und gleichmäßig atmen
gelernt.
Wir übten das Anbinden mit "den Tiger zähmen" und machten viel, viel
Körperarbeit: Noahs Marsch, Waschbär-Touch um Augen und Ohren, Phytonheber
an den Beinen um sie zu erden, die Perlenkette am Schweif, um ihr ihren
gesamten Körper bewusst zu machen. Dann das Gleiten an den Schweifhaaren
entlang, um Komaila zu beruhigen und den ganzen Körper zu entspannen und zur
Vorbereitung auf das sanfte Schweifkreisen. Rücken und Hinterhand waren sehr
fest, so dass wir mit liegender Leopard-Touches mit Qualle über den gesamten
Rücken und Hinterhand arbeiteten, um Wärme und Entspannung und Gefühl
hineinzukriegen.
Um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihr die Eingewöhnung in die neue
Herde zu erleichtern, arbeitete ich mit verbundenen Wolkenleopard-Touches an
der Hinterhand, den "Hosen" und den Innenseiten der Oberschenkel. Später
kamen winzige Beinkreise dazu, denn es war sehr schwierig für Komaila, auf
drei Beinen zu balancieren und ihre Beine waren sehr steif und unbeweglich.
Auch das Lecken der Kuhzunge machten wir, um die Verbindung herzustellen
zwischen Bauch und Rücken bis zur Hinterhand und um Rücken und Bauch auf das
Tragen des Sattels vorzubereiten.
Bei der Bodenarbeit ließ ich Komaila eine Körperbandage tragen, damit sie
immer wieder ihre Hinterhand spüren konnte. Ihr Kopf kam dadurch tiefer, sie
konnte besser atmen, der Rücken entspannte sich und ihr Gang wurde sichtbar
geschmeidiger. Sie konnte besser auf die Signale zum Halten reagieren.
Komaila wurde homöopathisch gegen ihr Heimweh und ihre Abwesenheit
behandelt.
Große Problem hatte Komaila immer noch bei Geräuschen, die von hinten kamen.
Deshalb bereiteten wir sie auf das Fahren vom Boden vor, damit sie lernte
sich umzudrehen und zu schauen statt kopflos loszustürmen. Dazu ließ ich
Komaila von Nicole führen, wanderte hinter ihr her, ließ sie auf mein
Stimmsignal mit Nicoles Unterstützung anhalten und fütterte sie beim Halten
von hinten. Über die Körperbandage und das "Schweineschwänzchen" machte ich
die Stute erst mit einem, dann mit beiden Seilen bekannt und konnte
schneller als ich gedacht hatte - wieder mit Nicoles Unterstützung von vorne
- mit dem "Brustfahren" beginnen. Es zeigte sich, dass Komaila daran viel
Freude hatte. Sie arbeitete konzentriert und begeistert mit, so dass wir
begannen sie mit vier Leinen über Bodenhindernisse zu fahren.
Spannend war es als wir das erste Mal das Gartentor passierten. Dort und in
allen anderen Engstellen hatte Komaila die größten Probleme und pflegte nach
anfänglichem Zögern mit einem Satz durchzurasen, und hatte mich dabei des
öfteren fast umgesprungen oder sich in der Enge verletzt. Mit den vier
Leinen gefahren von hinten konnte die Stute ohne Unruhe im ruhigen zügigen
Schritt durchs Tor gehen, das war ein toller Erfolg. Später übten wir mit
halben Schritten die Stelle zu meistern und auch mal im Tor stehen zu
bleiben. All das ging problemlos, Komaila konnte gut atmen, ließ den Kopf
fallen und hatte keine Angst.
Bemerkenswert ist, dass wir Komaila von da an ohne Probleme durch Engstellen
u.ä. führen können, ohne dass sie uns je wieder umgesprungen hat. Sie hat
diese Möglichkeit zu warten, schauen, überlegen und dann handeln statt wie
gewohnt zu reagieren so schnell wahrgenommen, dass ich selbst überrascht
war. Im Herbst 2002 nahm ich mit ihr an einem Orientierungsritt mit
anschließendem Geschicklichkeitsparcours teil und Komaila konnte all die
ungewohnten Hindernisse (Flattertor, Klappersack, rollender Ball,
Regenschirm und Rasensprenger) meistern. Wir waren beide sehr stolz.
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